Fa. Curt Seidel - Elektroweidezaun, Weidezaunpfahl für Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und zur Wildabwehr

Geschichte der Firma Curt Seidel Elektroweidezaun

Inhaber: Marlies Lott, geb. Seidel Diplomlandwirtin

60 Jahre Erfahrung mit dem Elektroweidezaun

06779 Möst bei Dessau in Sachsen-Anhalt

Isilator Form 242 S, Fa. Curt Seidel - Elektroweidezaun

Isolator Form 242 S

Der Firmengründer – Elektromeister Curt Seidel Jg. 1897– folgte 1922 dem Ruf zur "Deutschen Continental-Gas-Elektrik-AG" nach Dessau und war dort als Elektromontageinspektor tätig. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden in Dessau viele bahnbrechende Erfindungen gemacht, die die industrielle Entwicklung in Deutschland und in Europa geprägt haben.

Zugpferd waren die von Prof. Hugo Junkers, der von 1888 bis 1933 in Dessau wirkte, gegründeten Junkers-Werke. In ihnen wurden auf der Grundlage seiner Erfindungen Gasmeßgeräte (Kalorimeter), Gasthermen, Flugzeuge, Motoren, Stahlrohrmöbel u.v.a. entwickelt und gebaut.
Zu allen diesen Entwicklungen lieferte ab 1925 das BAUHAUS unter Leitung von Walter Gropius die Verbindung zwischen künstlerischer Gestaltung und technischen Elementen. Viele Industrien wie der Schienenfahrzeug-, Elektromotoren-, Getriebe-, Zementanlagen-, Reichsbahnstahlbau, die Zuckerraffinerie rankten sich um dieses Technologiezentrum und benötigten enorme Mengen an Elektroenergie.

1932 heiratet Curt Seidel in einen seit vielen Generationen bestehenden Landwirtschaftsbetrieb ein und verwirklichte hier seine ersten Patente: Den "S"-Antrieb, universell einsetzbar zum elektrischen Antrieb von Zentrifugen, Rübenschneidern, Schleifmaschinen , Fleischwolf u.v.a. mehr. Auch die elektrische Baumkuchenmaschine war eines seiner Patente und Junkers Flugzeuge brachten Dessauer Baumkuchen nach Amerika. Die ersten Erwähnungen von Versuchen mit dem Elektrozaun weckten sein Interesse und ab 1949 wurden in Möst Weidezaungeräte mit Drehpendelunterbrecher in kleinen grünen Holzkästen gebaut. Porzellanisolatoren mit Holz- und metrischem Gewinde, Eisendraht, Holz- und Winkelstahlpfähle waren die ersten E-Zaunmaterialien.

Die Kollektivierung der Landwirtschaft im Osten führte zu hohen Tierkonzentrationen und erforderte die Intensivierung der Futterproduktion. Die Erkenntnis, dass das Tier auf der Weide die billigste und beste Futtererntemaschine und die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Lösung ist, führte zur Umwandlung von Wiesen in Weideland, zur Portionsweide und zum Weidekombinat. Um das dafür benötigte Weidematerial teilweise mit bereitzustellen, wurde Curt Seidel 1953 die Gründung eines privaten Handwerksbetriebes zur Verwertung eigener Patente auf dem Gebiet des Elektroweidezauns gestattet. Anstelle des bruchempfindlichen, fest mit der Flügelmutter angeschraubten Porzellanisolators, der beim Einschlagen der Pfähle auf hartem Boden zu Bruch ging, kam aus dem Hause Seidel das Patent: "Splintbefestigung von Isolatoren in Verbindung mit der Metallprofilstütze und dem Schrägschlitz zur stoßgedämpften Anbringung des Isolators Form 241 aus Polystyrol".

Den Schrägschlitz stanzen wir heute noch mit einer alten Junkers-Stanze, Baujahr 1938! Unsere "Tante Ju!". Das Patent wurde 1966 erteilt. Wie so manches Ost-Patent ist auch dieses durch die Wende abhanden gekommen. Seit Beendigung meines Assistentenjahres 1964, war ich, Marlies Lott, zur Unterstützung des schwer erkrankten Vaters leitend im Betrieb tätig. 1969 verstarb Curt Seidel der zusammen mit seiner Frau Elsa Seidel so hart um den Aufbau und Erhalt des kleinen Privatbetriebes gekämpft hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Betrieb 8 Beschäftigte – durchweg Frauen – und stellte jährlich 150.000 Weidepfähle und etwa 1,5 Millionen Isolatoren mit Metallprofilstütze her. Zwischen 1953 und 1990 gab es viele Versuche, auch unseren Betrieb zu verstaatlichen – sie konnten abgewehrt werden. In der ehemaligen DDR waren die Kombinate für Materiell-Technische Versorgung der Landwirtschaft unsere Auftraggeber und wir hatten uns um die Verteilung unserer Produkte nicht zu kümmern.

Mit der Wende übernahm ein bedeutendes westdeutsches Landhandels den ehemaligen staatlichen Landhandel und verbot seinen Mitarbeitern den Verkauf unserer Ostprodukte! So hatten wir von heute auf morgen 98 % unserer Kunden verloren und mussten alle 8 Beschäftigten entlassen. An die Aufgabe des Betriebes wollten wir nicht denken.

Der Sohn Manfred Seidel, Genossenschaftsbauer, der 30 Jahre im Fachausschuss Elektrozaun der Kammer der Technik der DDR mitgearbeitet hatte, entwickelte den neuen Vollkunststoffisolator Form 242 S mit Profilstütze und Splint aus einem bis –22° C bruchsicheren Kunststoff mit hohen, durch Formgebung und Material bedingten Isolationswerten (24.000 Volt) trocken und 16.000 –18.000 Volt bei Nässe und bester Handhabbarkeit. Durch die Kombination mit dem Winkelstahlpfahl aus 3 mm Stahlleichtprofil in Längen von 1,20 bis 1,50 m mit angeschweißtem Trittwinkel zur Verankerung im Boden und wahlweise 3 – 5 Schrägschlitzen zur Anbringung der Isolatoren, verzinkt, ist ein zuverlässiges Produkt entstanden, das den Anforderungen an eine perfekte Weidehaltung gerecht wird. In Verbindung mit dem Original Steuer-Draht Ost, der elastisch, leicht und von hoher Leitfähigkeit und bestem Tierkontakt ist, können die Pfahlabstände je nach Tierart und Geländeprofil möglichst weit gehalten werden. Daraus resultieren niedrige Kosten je lfm. Pfahl und Isolator sind zum zuverlässigen Produkt zum Hüten von Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und zur Wildabwehr geworden.

In Sachsen und Thüringen unterstützen private Landhändler uns bei unseren Bemühungen dieses "Ostprodukt" am Markt zu erhalten. Als Aussteller sind wir jährlich auf 12 - 16 Messen und Ausstellungen deutschlandweit vertreten. Hier fanden wir tausende nette, kluge, zufriedene Kunden, die sowohl unserem Produkt als auch uns vertrauen.

 

Messestand, Fa. Curt Seidel - Elektroweidezaun

Messestand der Firma Curt Seidel

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Weihnachtsbriefe der Firma Curt Seidel Elektroweidezaun

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